Arbeitsgruppe Nothilfe

Im März 2019 trat das neue Asylgesetz in Kraft, durch welches der Kanton Thurgau zu einem Ausreisekanton wurde. Dies bedeutet, dass dem Kanton Thurgau weniger Asylsuchende im Verfahren zugewiesen werden, hingegen mehr abgewiesene Asylsuchende, deren freiwillige oder erzwungene Rückreise in den Heimat- oder Dublinstaat der Kanton Thurgau organisieren muss. In einer ersten Phase werden die abgewiesenen Asylsuchenden im Ausreisezentrum Kreuzlingen untergebracht. Ist deren Rückreise innerhalb 140 Tagen ab der Einreichung des Asylgesuches nicht vollzogen, erfolgt ein Transfer in die Durchgangsheime der Peregrina-Stiftung. Abgewiesene Asylsuchende erhalten dort Nothilfe; d.h. ein Dach über dem Kopf, medizinische Versorgung, Hygieneartikel, Kleidung und Nahrung. Der Kanton Thurgau hat dazu die «Kantonale Nothilfestrategie – Umgang mit ausreisepflichtigen Personen aus dem Asylbereich im Kanton Thurgau» (KNS; Nov. 2018) ausgearbeitet, welche den Umgang mit abgewiesenen Asylsuchenden regelt:  https://migrationsamt.tg.ch/public/upload/assets/73837/KNS.pdf

Nebst den Asylsuchenden im Ausreisezentrum leben im Kanton Thurgau zurzeit ca. 85 Langzeit-Ausreisepflichtige bzw. Nothilfe Beziehende. Auch sie durchlaufen nun das neu geschaffene Verfahren, welches in der KNS festgehalten ist und auf einer stufenweisen Verschärfung der Aufenthaltsbedingungen basiert.

Durch die Umsetzung der kantonalen Nothilfestrategie tauchen auch in der Freiwilligenarbeit neue Fragestellungen auf – die konstante Begleitung und Beziehungsarbeit wird erschwert und Vernetzung wird noch wichtiger. Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgruppe Nothilfe unter dem Dach des Netzwerks Asyl gegründet. Durch die Vernetzung von Freiwilligen im Thurgau sollen Menschen in der Nothilfe in ihrer schwierigen Situation bestmöglich unterstützt und begleitet werden können.

Ziele:

  • Vernetzung und Austausch von Freiwilligen in der Nothilfe-Begleitung
  • Vernetzung und Dialog mit politischen, kirchlichen und juristischen Akteuren
  • Engagement für einen menschenwürdigen Umgang mit Menschen in der Nothilfe
  • Sicherstellung der Gewährung von Grundrechten in der Nothilfe
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für die Situation von Menschen in der Nothilfe
  • Vermittlung von hilfreichen Kompetenzen für eine allfällige Rückkehr ins Heimatland

Leitung: Martin Strauss, ,  052 721 47 01